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Funktionsausbildung als Fahrdienstleiter (Fdl)

Die Funktionsausbildung zum Fahrdienstleiter ist für Quereinsteiger.

 

Fahrdienstleiter-Ausbildung


Diese Art der Ausbildung ist intensiv. Sie besteht aus einer Kombination von Theoriephasen (Unterricht/Online Seminar) sowie Praxistraining (Schulung) und der Arbeit am Arbeitsplatz (Stellwerk).

Wer diese Ausbildung wählt, wird als Fachkraft für das Bedienen eines Stellwerks ausgebildet.




Dauer der Ausbildung


5 - 6 Monate




Voraussetzungen die notwendig sind


– Mindestens qualifizierter Hauptschulabschluss

– Abgeschlossene Berufsausbildung

– Gutes Verständnis für Technik

– Sehr gute deutsche Sprachkenntnisse in Wort und Schrift:

Mindestens Sprachniveau B2: Du musst die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen (im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen verstehen). Du musst dich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Du musst dich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.




Eigenschaften die du mitbringen solltest


– hohes Verantwortungsbewusstsein

– Konzentrationsfähigkeit

– Gefahrenbewusstsein

– Zuverlässigkeit

– Belastbarkeit

– Fähigkeit zum Multitasking

– Schichtdiensttauglich




Bevor du starten darfst


Für Berufe mit sehr hoher Verantwortung und hohem Konzentrationsanspruch wie beim Fahrdienstleiter, ist gesetzlich eine Tauglichkeitsprüfung vorgeschrieben.

Die Tauglichkeitsprüfung findet nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch statt. Das bedeutet, dass du bereits zu den Auserwählten gehörst.

Die Tauglichkeitsprüfung besteht aus:

– einer medizinischen Eignungsuntersuchung

– einem psychologischen Eignungstest

Erst wenn die Tauglichkeitsprüfung ohne jegliche Beanstandung absolviert wurde, bekommst du deinen Vertrag zur Unterzeichnung.




Die Ausbildung als Fahrdienstleiter


In deiner Funktionsausbildung zum Fahrdienstleiter, bist du im Wechsel zwischen Theoriephasen, Praxistraining und dem Arbeitsplatz.

Nachdem es sich um eine Internsiv-Ausbildung handelt, wirst du speziell die Aufgaben des Fahrdienstleiters erlernen. Im Vordergrund steht natürlich die Fahrdienstvorschrift und die Richtlinien, die du beherrschen musst.

Es beginnt mit den Grundbegriffen des Bahnbetriebs, der Signalkunde, den Betriebsverfahren zum Durchführen von Zugfahrten im Regelbetrieb, dem Stellwerksbedienen bei Arbeiten im Störungsfall und bei sonstigen Besonderheiten bis hin zu Abweichungen von der Fahrordnung auf der freien Strecke und das Sperren von Gleisen.

Weil das Wissen das du dir in der Ausbildungszeit aneignen musst enorm viel ist, wird in regelmäßigen Abständen eine kleine Zwischenprüfung als Leistungskontrolle (LEK) abgenommen und ausgewertet. Somit können die Ausbilder beurteilen ob das Tempo in Bezug auf die Themenkomplizität und Aufnahmefähigkeit richtig ist. Natürlich kannst auch du sehen wo eventuell deine Wissenslücken sind, um diese nachzuholen bevor die Hauptprüfungen anstehen.

Am Ende der Ausbildung musst du eine schriftliche Abschlussprüfung absolvieren. Erst wenn du diese Prüfung bestanden hast, bekommst du die Einladung für die alles entscheidende mündliche Abschlussprüfung. Nach bestandener Prüfung besitzt du die Befähigung zum Fahrdienstleiter.

Die Prüfung zum Fahrdienstleiter wird vor der Deutsche Bahn Prüfungskommission abgelegt.




Dein erster Arbeitsplatz


Du wirst sicher am Anfang auf einem Stellwerk mit einfacher bis mittlerer Infrastruktur (z.B. bei Bahnhöfen an ein- oder zweigleisigen Strecken mit wenig Zusatzanlagen – Abstellgleise, Ladegleise etc. – sowie Abzweigstellen an ein- oder zweigleisigen Strecken) und mit geringer bis mittlerer Dispositionstätigkeit eingesetzt werden. Es kann aber auch vorkommen, dass du vorerst als Weichenwärter eingesetzt wirst um ein paar Monate Erfahrung zu sammeln. Später kommst du auf dein erstes Stellwerk als Fahrdienstleiter.




Bevor es aber richtig los geht


Für die Fahrdienstleiter, die auf elektrifizierten Strecken mit Oberleitungen oder Stromschienen eingesetzt werden (das bundesdeutsche Streckennetz weist aktuell einen Anteil von rund 61% elektrifizierter Strecken auf) ist ein Schaltantragsteller-Seminar mit anschließender schriftlicher und mündlicher Prüfung notwendig.

Es kann sein, dass du als Fahrdienstleiter eine Anpassungsfortbildung für das Bedienen von Zugnummernmeldeanlagen bekommst. Hierbei lernst du das Bedienen und die Wirkungsweise der Zugnummernmeldeanlagen und des Zugnummerndruckers kennen.

Es ist auch möglich, dass für dich eine zusätzliche Anpassungsfortbildung für Bediener wärterbedienter Schranken für Stellwerkspersonal geplant ist. Hierbei bekommst du als Fahrdienstleiter eine Einführung in die Welt der Schranken und Sicherheitsanlagen.


Es kann vorkommen, dass du auch eine Anpassungsfortbildung für Heißläufer- und Festbremsortungsanlagen für Fahrdienstleiter bekommst. Hierbei wirst du mit wesentlicher Bestandteil des Sicherheitskonzeptes der Deutschen Bahn AG vertraut gemacht. Dabei lernst du die Meldungen, das Vorgehen und die Maßnahmen bei Störungen kennen.




Vorbereitung für die Verantwortung


Bis jetzt hast du jede Menge gelernt und viele Informationen bekommen. Nun wirst du dein neues Stellwerk kennen lernen.

Du brauchst, um auf deinem Stellwerk arbeiten zu dürfen, eine besondere Lizenz. Um diese Lizenz zu erwerben benötigst du eine örtliche Einweisung – je nach Komplexität des Stellwerks – über ein paar Wochen, durch den erfahrenen diensthabenden Fdl.

Du lernst die Besonderheiten des Stellwerks im Bezug auf die Lage, technischen Einrichtungen und Zuständigkeiten kennen. In dieser Zeit bekommst du auch eine Einweisung der Fachkraft Leit- und Sicherheitstechnik (Fk LST) über Stromversorgung und Signalanlagen und ggf. auch eine Einweisung der Fachkraft Oberleitung (Fk OL) im Bereich Elektrifizierung, Fahrbahn Oberleitung und Schaltgruppeneinteilungen.

Nachdem du in der vorgegebenen Einweisungszeit dein Stellwerk kennengelernt hast und du dir das Bedienen angeeignet hast, wirst du vor Ort durch den Bezirksleiter Betrieb und Bezirksleiter Leit- und Sicherheitstechnik einer örtlichen Verwendungsprüfung unterzogen.

Durch diese mündliche Prüfung wird festgestellt, ob du mit den örtlichen Besonderheiten auch wirklich vertraut bist. Auch deine vorhandenen Kenntnisse und Fertigkeiten als Fahrdienstleiter, bezogen auf dein Stellwerk, werden geprüft.

Nach erfolgreichem Bestehen der örtlichen Verwendungsprüfung, erhältst du die Lizenz auf diesem Stellwerk arbeiten zu dürfen.




Gratulation!


Ab nun an kannst du als Fahrdienstleiter/in dein Stellwerk alleine bedienen und den Bahnbetrieb in deinem Zuständigkeitsbereich selbstständig übernehmen.




Permanenter Nachweis deiner Tauglichkeit


Das regelmäßige Arbeiten auf deinem Stellwerk ist ein permanenter Nachweis deiner Tauglichkeit. Wenn du für 6 Monate nicht auf deinem Stellwerk als Fahrdienstleiter tätig warst, verfällt die Lizenz auf diesem Stellwerk arbeiten zu dürfen.


Bei hochkomplexen Stellwerken verfällt die Lizenz bereits nach 2 bzw. 3 Monaten. Um die Lizenz wieder zu erlangen musst du erneut eine örtliche Verwendungsprüfung für dieses Stellwerk ablegen.

Eine medizinische Eignungsuntersuchung steht aus Sicherheitsgründen alle 5 Jahre an und wenn du über 40 bist alle 3 Jahre.



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